Coon & Hund


benny laryEine Zusammenführung von Hund & Katz ist meist einfacher, als man sich das landläufig vorstellt und oft einfacher, als die "neue" Katze mit der "alten" zu vergesellschaften. Natürlich müssen ein paar grundsätzliche Dinge beachtet werden, damit ein entspanntes Zusammenleben möglich ist.

Wichtig ist, dass der Hund ein ähnlich freundliches Gemüt hat wie eine Maine Coon, aber auch Jagdhund-Rassen akzeptieren oft die eigenen Katzen im Haus als Familien-, bzw. Rudelmitglieder, die nicht gejagt werden dürfen. Draußen in der freien Natur sieht das manchmal etwas anders aus, zumal die meisten Katzen fluchtartig das Weite suchen, wenn sie einen Hund sehen.

merlin selina

In der Regel wird eine Maine Coon freundlich interessiert den Kontakt zu einem Hund aufnehmen (oder ihn völlig ignorieren), oft sind die Hunde anfangs damit überfordert und völlig perplex, wenn die Katze das Klischee der rennenden Beute nicht erfüllt. Das ist auch ein Grund, warum die Coons nicht unbedingt für ungesicherten Freigang geeignet sind - sie sind einfach zu gelassen im Umgang mit Hunden.

Der Mensch muss hier als guter Rudelführer agieren und dem Hund deutlich machen, dass ein Hinterherrennen absolut inakzeptabel ist, notfalls müssen die ersten Begegnungen mit dem Hund an der Leine stattfinden. Ganz wichtig ist, dass die Katze eine Rückzugsmöglichkeit hat, wohin ihr der Hund nicht folgen kann. Bleiben Sie bei den ersten Begegnungen ruhig und gelassen und - ganz wichtig!! - seien Sie selbst davon überzeugt, dass es klappt! Wenn Sie die Ruhe in Person sind, überträgt sich das sowohl auf den Hund, als auch auf die Katze; auch geringe Unsicherheiten spüren die 4Beiner sofort und gehen in Hab-Acht-Stellung.

jimjim piper

Viele unserer Pflegestellen haben auch eigene und immer wieder Pflege-Hunde und die Vergesellschaftungen nach dem Motto "Hund, das ist die Katze, Katze, das ist der Hund, vertragt Euch" funktionieren in den allermeisten Fällen gut und da gibt es nur sehr wenige Ausnahmen.

Wir haben schon viele Coons in Haushalte mit Hunden vermittelt und bisher kam keine Katze zurück, weil sie sich mit dem Hund nicht verstanden hat (eher, weil es mit der "alten Katze" nicht geklappt hat). Wie entspannt und friedlich eine gelungene Vergesellschaftung sein kann, zeigen unsere Beispiele:

 

 

 

Familie Büttner:

Bei uns leben seit über 20 Jahren eigene Hunde und Katzen in friedlicher Koexistenz und seit einiger Zeit teilen auch immer wieder Pflegekatzen und -hunde unser Heim und Rudel. Sicherlich muss man den ein oder anderen Pflegehund schon mal darauf hinweisen, dass die hauseigenen Katzen nicht zum Freizeitsport gedacht sind. Aber wir hatten auch schon einen Pflegekater, der unsere Hunde aus ihrem eigenen Haus geprügelt hat :-).

Was die Wahl des besten Platzes angeht, da haben die Hunde sehr oft die schlechteren Karten und akzeptieren das ohne Murren, aber mit verzweifeltem Blick...

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Familie Schwarz:

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Maine Coon Kater IceT mit seinem "Ziehkind", einem kleinen Jagdhundwelpen. Richtig geheuer ist es dem Kater nicht, da der Welpe schon sehr stürmisch ist. Aber IceT ist nicht nachtragend, wenn der Kleine "andocken" will, dann darf er das. Icy hat keinerlei Probleme mit Hunden, lediglich Welpen sind ihm zu verspielt, zu aufdringlich und zu grobmotorisch ;).

Obwohl der kleine Sammy ein Jagdhundwelpe ist, gab es keine Probleme... Icy läßt sich nicht jagen... er flüchtet einfach nicht :)). Meiner Meinung nach ist das auch der große Vorteil zwischen Hauskatzen mit Hunden und Maine Coons mit Hunden. Coonies sind einfach cool, sie lassen sich nicht jagen...
Wenn der Hund trotzdem zu aufdringlich wird, hebt Icy in Zeitlupe seine Pfote und das reicht meistens schon. Natürlich muss bei jeder Vergesellschaftung der Mensch dabeisein, die Situation beobachten, einschätzen und gegebenenfalls eingreifen.

 

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Familie Neßhöver:

Bei uns leben seit Jahren Hund und Katz friedlich zusammen - alles Notfalltiere, (fast) alle ausgewachsen zu uns gekommen, oft aus schlimmer Haltung und mit Vorgeschichte. Unsere ersten Coons (mittlerweile sind es 10) haben in den letzten 9 Jahren über 90 Pflegehunde kommen und gehen sehen (zusätzlich zu unseren eigenen 3 Hunden) und es hat nie Beißereien oder unlösbare Spannungen gegeben. Sicher, auch bei uns musste der ein oder andere Pflegehund lernen, dass Katzen geliebte Familienmitglieder sind, aber mit Geduld und souveräner Konsequenz hat es immer geklappt. Wichtig sind Regeln und selbst entspannt bleiben.
Zum Teil entwickeln sich richtige Freundschaften, ansonsten akzeptiert man sich eben und kann zumindest Tisch und Bett miteinander teilen ;). Wichtig ist, dass sich alle - Hund wie Katz - darauf verlassen können, dass ich kein aggressives Verhalten dulde und dass alle lernen, dass jeder etwas bekommt, dass Vordrängeln nichts hilft. Natürlich braucht es manchmal etwas Zeit, aber es lohnt sich immer - wenn ich mein gemischtes Rudel abends friedlich beieinander liegen sehe, geht mir immer das Herz auf :).

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Familie Pfisterer:

Die Vergesellschaftung von unserem Hund und den Katzen klappt völlig problemlos.

Bei uns leben auch immer wieder mal Pflegekatzen, wobei man dazu sagen muss, dass es Katzen gibt, die unsere Collie-Hündin auch schlichtweg ignorieren und an engem Kontakt einfach nicht interessiert sind.

Bei den anderen erfolgt die erste Kontaktaufnahme meistens durch die Katze. In der Regel wird das komische „Etwas" (der Hund) schon nach wenigen Tagen beschnuppert. Die weniger mutigen warten ab, bis der Hund tief und fest schläft.

Schnell steht fest, wer das Sagen hat... Entweder der Hundekorb wird geteilt oder, wenn es zu eng wird, räumt der Hund artig sein Körbchen und schläft vor dem Korb. Deshalb haben wir unserem Collie-Mädchen eine Matratze als Liegefläche gekauft, so ist endlich Platz für alle!

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  • puma-mae

 

Familie Steins:

Nach dem Tod unserer ersten beiden katzenerfahrenen Hunde innerhalb relativ kurzer Zeit zogen in unseren damals 7-Katzen-Haushalt (Coons, Coon-Mixe und Hauskatzen) ein völlig überdrehter Spitz-Mix und eine sehr souveräne und selbstbewusste Jagdhündin ein.

Wir separierten die Hunde jeweils zunächst in unserem Büro und trennten dieses vom Rest des Hauses mittels einer selbst gebauten Tür und zusätzlich einem Babygitter als Abstandshalter. Die Tür bestand aus einem Leistenrahmen mit Quer- und Längsverstrebung, an der ein fester Kaninchendraht befestigt war. Dieser Rahmen wurde mit Hilfe von einfachen Bändern und einem Riegel aus dem Baumarkt an der Blende befestigt und konnte so auch problemlos geöffnet und verschlossen werden.

Tilki (Rüde) hatte mit den Katzen nie ein Problem. Allenfalls die Katzen mit ihm, weil er anfangs oftmals überdreht und überreizt war. Da er aber noch jung und grundfreundlich gesinnt war, gewöhnten sich die Katzen schnell an ihn und wichen seinen Aktionen ggf. einfach geschickt aus – bzw. riefen ihn zur Not mit einem Pfotenschlag zur Ordnung. Mit der Zeit lernte auch Tilki, die Sprache der Katzen und sie akzeptieren sich heute problemlos.

Bei Lupa war die Sache etwas schwieriger. Sie hat einen ausgeprägten Jagdtrieb und machte auch vor Katzen nicht halt. Andererseits ist sie intelligent und will dem Menschen stets gefallen. Diesen Charakterzug machten wir uns zu Gute und trainierten mit ihr und unseren „hundeerfahrenen Trainerkatzen" (vulgo: Coons) gezielt mit Hilfe positiver Verstärkung die gegenseitige Akzeptanz. Die Katzen fanden diese Herausforderung spannend und gingen dabei stoisch und mit der inneren Ruhe und Überzeugungskraft des Dalai Lama vor. Schon nach ein paar Wochen konnten wir Lupa und unsere Katzen völlig bedenkenlos zusammen lassen. Sie liegt sogar teilweise mit den Katzen in einem Bett zusammen und fordert Louis ab und an auf, ihr die Ohren zu putzen – zu süß!
Draußen aber sollte Katze einer nicht angeleinten Lupa aber nach wie vor besser aus dem Weg gehen.

Auch unser Pflegehund Lion (ein Chow-Kaukase-Mix, der sehr aggressiv mit fremden Artgenossen ist) hatte von Anfang an keine Probleme mit den Katzen. Nachdem er Cheffe Bärchen einmal versehentlich zu nahe gekommen war, lernte Lion sehr schnell, welche Katze ihm wohlgesonnen war und welche nicht. Er akzeptiert sie alle und vor allem mit dem „jungen Gemüse" spielt er sogar ganz intensiv!

Das Zusammenleben von Hunden und Katzen kann die Sozialkompetenz aller Tiere untereinander sehr stark stärken und ist, richtig angepackt, eine echte Bereicherung innerhalb eines Haushalts.

 

  • LahjaMützeTilki050610-1
  • LironChampion210111-4
  • LouisColin090210-4
  • LouisLupa100810-1
  • LupaBobby100311-1
  • LupaLahja311211-4
  • LupaLouis041110-2
  • LupaLouis251110-1
  • LupaTilkiMützeLahja050610-2
  • TilkiLouis050610-1
  • TilkiLouis1
  • TilkiMützeTurm100810-1