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Lockdown und die „Ware Tier“

Wie viele andere Tierschutzorganisationen blicken wir sorgenvoll auf das, was sich gerade in Verkaufsportalen tut. Die Preise explodieren (besonders bei den Verkäufen von Kitten aus Schwarzzucht), und sehr viele Leute sind auf der Suche nach tierischen Familienmitgliedern. Natürlich sind auch wir der Ansicht, dass ein Leben ohne Katzen möglich, aber sinnlos ist. Aber leider lassen viele der Gesuche erkennen, dass die Leute sich im Vorfeld nicht gut über Katzen und ihre Bedürfnisse informiert haben. Das scheint aber vielen Verkäufern egal zu sein, und so kommt es vor, dass Tiere nach ein bis zwei Wochen weiterverkauft werden. Auch das gelingt derzeit mit einem unfassbaren Tempo. Nur in absoluten Ausnahmefällen sind Katzen länger als ein paar Stunden online.

In den weitaus meisten Fällen können die Aktiven und weiteren Unterstützer*innen dem Treiben nur fassungslos zusehen. Es wird eine riesige Welle an Abgabetieren und ausgesetzten Tieren auf die Tierschutzvereine zurollen, wenn Home Office, Home Schooling und Lockdown wieder zurückgefahren werden. Erste Tendenzen sind bereits erkennbar, die Zahl der Verkäufe steigt.


Was wir aktuell tun, und was ihr auch tun könnt:

Meldung der Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen der Portale (Abgabe von Kitten unter 12 Wochen), Deckanzeigen. Hier hat es sich bewährt, den Nutzern zu folgen, denn sie sind sehr hartnäckig.

Bitten an die Verkäufer*innen unkastrierter, halbstarker und erwachsener Katzen, sie vor dem Verkauf kastrieren zu lassen.

Versuche, bei den Weiterverkäufen von Katzen mit Stammbaum die Ursprungszüchter mit ins Boot zu holen.

Angebot eines Schutzvertrages, Tipps für die Vermittlung (das neue Zuhause anschauen, Personalausweis zeigen lassen, auf das Bauchgefühl hören).

 

Das Jahr neigt sich dem Ende...

 

WeihnachtsbaumWie immer heißt es um diese Zeit, auf das vergangene Jahr zurückzuschauen, es Revue passieren zu lassen, war es ein gutes Jahr? Was können wir nächstes Jahr besser machen?

Das Jahr 2017 war geprägt von einigen sehr schwierigen und kostspieligen Notfellchen (z. B. Hope, Piccolino, French Freddy) und einem Aufnahmestopp - dem ersten in 12 Jahren Maine Coon Hilfe e.V. Aber dann traf uns eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft von Freunden, Spendern, Gönnern, die wir so NIE erwartet hätten und wir konnten innerhalb weniger Wochen den Aufnahmestopp wieder aufheben. Es hat uns schwer beeindruckt und tief berührt, wie viele Leute mitgeholfen haben, Spenden gesammelt, gestrickt, gehäkelt, gebastelt haben, um die finanzielle Situation des Vereins wieder zu verbessern. Nicht zuletzt hat auch der ins Leben gerufene Online-Flohmarkt einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir wieder Notfellchen aufnehmen können.

Wie so oft lagen auch dieses Jahr Freud und Leid sehr nah beieinander und wir mussten wieder einmal erfahren, dass wir trotz aller Liebe und Fürsorge, trotz all der medizinischen Möglichkeiten, die uns heutzutage zur Verfügung stehen, nicht jede Katze retten können.
Jedes Tier hat seinen Platz in unserem Herzen, auch wenn es uns nur ein kleines Stück des Wegs begleiten darf. Jedes Tier hat seine Geschichte, jedes Tier eine andere, nicht selten ist es eine traurige Geschichte.
Aber durch unsere Arbeit lernen wir auch so viele liebe Leute kennen, Leute, die sich vor Anschaffung eines Tieres Gedanken machen, Leute, die bereit sind, auch einer „schwierigen“, behinderten oder älteren Katze ein Zuhause zu geben, obwohl das Internet voll ist mit unkomplizierten Katzenbabys.

Nur durch diese Leute und unser unschlagbares Team aus Mitstreitern können wir unsere Arbeit machen. Unser Dank gilt vor allem unseren Pflegestellen, die sich rührend um unsere Coons kümmern, sie gesund pflegen und aufpäppeln, sie wie ein eigenes „Kind“ in die Familie integrieren.
Ein herzliches Dankeschön geht auch an all die vielen, kleinen Helferlein, die basteln, stricken, häkeln, die HP mit betreuen, sich um Facebook und den Flohmarkt kümmern, Katzen von A nach B fahren, Vorkontrollen erledigen und Ansprechpartner sind für die vielen Anfragen, die uns täglich erreichen.
Last but not least möchten wir uns bei allen Spendern, Paten und Gönnern bedanken - ohne eure finanzielle Unterstützung könnten wir den Katzen nicht die Versorgung ermöglichen, die sie brauchen.

Nach aufregenden Monaten freuen wir uns jetzt auf eine friedliche und erholsame Zeit, voller stiller Momente und heimeliger Gemütlichkeit. Wir wünschen euch, dass ihr die Feiertage ebenfalls ausgiebig genießen und voller Elan in das Neue Jahr starten könnt! Lasst euch reich beschenken und bleibt gesund und munter!

Eure Maine Coon Hilfe e.V.

 

Aufnahmestop

Das erste Mal in 12 Jahren Maine Coon Hilfe e.V. müssen wir vorübergehend einen Aufnahmestopp aussprechen. Uns blutet dabei das Herz, aber die finanziellen Mittel sind leider begrenzt. Bei Zuchtauflösungen haben wir bisher immer Glück gehabt: viele tolle Spender halfen uns, die Kosten auch für sehr aufwändige Behandlungen und Operationen zu decken. Oft beteiligen sich auch Zuchtvereine, Futtermittelhersteller oder andere Firmen bei Spendenaktionen nach Zuchtauflösungen. In den vergangenen Monaten hatten wir glücklicherweise keinen solchen Fall. Aber sehr viele einzelne Katzenschicksale, die zwar weniger Aufsehen erregt, aber ähnliche Kosten verursacht haben.

Ein paar Beispiele:

freddy maulFreddy, ein ca. vierjähriger Kater, der von privaten Tierschützern vor zwei Jahren von der Straße gepflückt und gesund gepflegt wurde. In den letzten Wochen hatte sich eine riesige Wucherung im Maul gebildet. Freddy wollte nicht mehr fressen und eine OP konnten sich die Tierschützer aktuell nicht leisten. So kam er zu uns. Nach einer sehr aufwändigen OP mit Entfernung des Tumors und der Zähne im betroffenen Bereich hatten der Tierarzt und wir die Hoffnung, dass es "nur" ein gutartiger Tumor war. Bis das Ergebnis der Histologie da war - Fibrosarkom. Der Tumor konnte nicht vollständig entfernt werden, weil das Gaumendach betroffen war. Wir wussten, was das heißt und so hat der bezaubernde Freddy einen "die-in-love-Platz“ bei seiner Pflegestelle bekommen. Er wurde noch mit diversen alternativen Behandlungsmethoden versorgt, um ihm eine möglichst lange, beschwerdefreie Zeit zu geben. Misteltherapie, Heilpilze... es soll ja schon Wunder gegeben haben. Leider nicht bei Freddy. Der Tumor wuchs rasend schnell nach und so mussten wir ihn gehen lassen :(
Behandlungskosten: 695 Euro

 

 

 

 

 

piccolinoPiccolino, ein fünfjähriger Kater. Sein Besitzer konnte seine tierärztlichen Behandlungen nicht mehr bezahlen. Er litt an „chronischer Ohren- und Augenentzündung“, sowie an einer heftigen und ebenso „chronischen“ Zahnfleischentzündung. Durch die schon länger währende Ohrenentzündung und das damit verbundene, ständige Kopfschütteln war das eine Ohr bereits stark verkrüppelt. Es brauchte insgesamt vier Operationen (Zähne, 2x Auge, Ohr) um seine Beschwerden in den Griff zu bekommen. Erschwerend kam hinzu, dass er bei seiner ersten OP (Zähne) eine heftige Gerinnungsstörung zeigte, die er ohne Bluttransfusion nicht überlebt hätte. Die folgenden Operationen an seinem Rolllid und die Entfernung des Gehörgangs mussten deswegen besonders gut überwacht werden. Alles ist gut gegangen und bald darf er in sein neues Zuhause ziehen, wo er schon sehnsüchtig erwartet wird.
Behandlungskosten bisher: 1.690 Euro

 

 

 

hope 2Hope, ein kleines Mädchen, geboren Anfang April. Sie wurde im Juli in einer Zoohandlung in Duisburg gekauft. Wenige Tage später landete sie bei uns. Sie hatte fürchterlichen Durchfall und ihr ging es sehr schlecht. Der Anfangsverdacht auf Parvovirose (Katzenseuche) wurde leider durch ein Labor bestätigt und nur mit intensivmedizinischer, stationärer Betreuung konnte ihr junges Leben gerettet werden. Inzwischen geht es ihr deutlich besser. Aber bis sie vermittelt werden kann ist es noch ein langer Weg mit Päppeln und wiederholten Tests.
Behandlungskosten bisher: rund 500 Euro. Und Hope muss noch kastriert und ordentlich geimpft werden, was noch einmal mit gut 250 Euro zu Buche schlägt.

 

 

 

Das sind nur drei Beispiele von vielen in den letzten Monaten. Unsere Pflegestellen versorgen die Miezen alle ehrenamtlich und nicht selten schaffen wir es innerhalb weniger Stunden eine Fahrkette quer durch Deutschland zu bilden, um Notfälle in die passende Pflegestelle bzw. in der Nähe einer speziellen Klinik unterzubringen. Aber ohne Geld können wir die anfallenden Tierarztkosten nicht tragen.
Bevor wir nun bei der Versorgung der Katzen oder dem uns selbst auferlegten Standard der Untersuchungen vor Vermittlung Abstriche machen, wollten wir auf diesem Weg versuchen, durch Eure Hilfe den Aufnahmestopp so kurz wie irgend möglich zu halten.

Bitte sprecht unter Euren Cooniefreunden über uns. Macht ein bisschen Werbung für Fördermitgliedschaften (ab 30,- Euro im JAHR) oder schickt uns eine kleine Spende, wenn es Euch möglich ist.
An die Züchter unter Euch: Eine Züchterin hatte einmal eine tolle Idee, die sie auch verwirklicht hat. Sie hat bei jedem verkauften Kitten zu den Unterlagen einen Fördermitgliedsantrag gelegt und mit den neuen Katzeneltern über die MCH gesprochen. Das ist eine super Idee, um bei Coonieliebhabern Werbung für uns zu machen.

Allgemein stimmt es uns immer wieder traurig, dass die wenigsten Mitglieder bei uns Züchter sind. Denkt daran, es kann jederzeit auch einmal ein Baby von Euch bei uns landen und Hilfe benötigen. Die MCH war ursprünglich eine Idee von Züchtern, die über die Kittenabgabe hinaus eine Art "Versicherung" für ihre ehemaligen Kitten wollten. Von dieser Idee ist scheinbar kaum noch etwas übrig :-(
Uns sind natürlich Liebhaber als Fördermitglieder genauso lieb. Aber je mehr Fördermitgliedschaften wir haben, desto mehr können wir helfen.

Unser Spendenkonto

Antrag Fördermitgliedschaft

Antrag Patenschaft

 

Oooops....

Das ist uns jetzt aber unangenehm, denn hier sollte eigentlich keiner landen.

Allerdings kann es sein, dass die gewünschte Seite nun woanders liegt, da wir unsere Homepage von Grund auf neu aufgebaut haben. Vielleicht ist die Suche (hier oben rechts) ja hilfreich.

Bericht zur Zuchtauflösung am 25.09.2016

Birgit und Norbert Steins, Gudrun Neßhöver und Petra Büttner trafen sich am 25.09.2016 in der Nähe von Paderborn, um dort aus einer Zucht 37 Katzen zu übernehmen. Die Züchterin stellte uns schon vorab eine Liste der Katzen mit den Eckdaten wie Name, Geburtsdatum, Farbe, Chip-Nummern, Impf- und Gesundheitsstatus, sowie Charaktereigenschaften zur Verfügung.

Auch wenn die Züchterin mit der Menge der Katzen überfordert war, waren die Katzen auf den ersten Blick in einem recht guten Allgemeinzustand...

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