Cheffe Cyrano

cyrano

20.03.2010 - 28.03.2018

Ich begegnete Cyrano im öffentlichen Teil eines Katzenforums und verfolgte seinen Leidensweg. Er war inzwischen mit gut einem Jahr beim 4. Besitzer, der ihn „gerettet“ hatte und nun völlig überfordert war mit dem „aggressiven“ Kater. Er sollte als Einzelkater ein Zuhause finden, wurde als aggressiv und Katzenhasser beschrieben. Ich bewarb mich trotzdem; trotzdem auch, weil ich 4 friedliche Katzen zuhause hatte und wir es uns zutrauten. Ich bekam keine Antwort, leider.

...ich verfolgte dennoch seinen Weg, es ging nicht voran; nein, es gab viele „gute“ Ratschläge ihn zu erlösen. Plötzlich fand ich ihn, „meinen Cyrano“ auf der MCH Homepage. Ja und so zog mein Cyrano Anfang August 2011 bei uns ein.
Er stieg aus der Box, inspizierte die Wohnung und lag 12h später mit seinem zukünftig besten Freund Oki Bär zusammen und schlief.
Cyrano war sofort bei uns zuhause und alle liebten den kleinen Clown. Er lernte von Oki Bär endlich, was man als Kater so macht und von mir, daß man keine Angst vor Händen haben muß. Jedes neue Katzerl, und das waren einige, nahm er freundlich auf.

Unser Clown gurrte wie eine Taube und lernte auch das Schnurren; er ärgerte gerne liebevoll die Kleinen, war aber nie aggressiv. Kein Kratzbaum war ihm zu hoch und er war flink und sportlich, auch wenn er von Anfang an einen schweren Gang hatte und es eindeutig war, daß er gesundheitlich nicht viel Gutes mitbekommen hatte.

Im Dezember 2016 verlor er beim Rennen das erste Mal seine Hinterläufe, blieb stehen, sortierte sie neu und rannte einfach fröhlich weiter. Damit begann dann leider das, was wir befürchtet hatten. Wir waren bei drei verschiedenen Tierärzten über Monate und am Ende gab es eine Diagnose, wo es keine Hoffnung gab, nur Hilfe und Linderung.
Der Cheffe hatte iliosakrale Spondylarthrose, wo man nichts, gar nichts tun kann.

Zudem hatte er noch einen Rückenwirbel mehr als normal, was auch nicht gut ist. Aus seiner Zeit vor der MCH brachte er einen dreifach Schwanzbruch und einen Rippenanbruch mit (und noch einiges mehr, was aber auskuriert werden konnte).
Weitere Untersuchungen ergaben, daß er Verwachsungen im Becken hatte, die von Anbrüchen kommen könnten und nicht behandelt wurden.
So taten wir alles, was ihm das Leben leichter machte und das Gehen. Cyrano hat uns gezeigt, daß Klagen und Jammern nicht sein Ding sind. Er lief immer schlechter, seine Hinterläufe brachen immer öfter und schneller ein, es war so traurig zu zusehen; ich konnte nichts tun. Aber er hatte weiterhin Spaß und Lebensfreude. Er spielte, ärgerte Lilly und Speedy und erkannte, daß er nur noch unten auf dem Boden laufen konnte.
Dann kam der Tag, an dem ich merkte, daß er nicht mehr strahlte, seine Augen waren anders, er konnte kaum mehr laufen, seine Hinterläufe waren erlahmt.
Mein Tierarzt kam nach Hause und Cyrano konnte in meinen Armen gehen.
Was für ein trauriger Tag für so einen tapferen Kater.

Er war viel viel zu kurz bei uns, was hätte ich ihm und uns noch so viele glückliche Jahre gewünscht. Es bleibt mir die Freude, daß er damals nicht eingeschläfert wurde, die MCH ihn aufnahm und er somit zu uns kam. Eine gute Fügung des Schicksals, was sicher nicht vielen Katzen vergönnt ist.
Ich höre noch jetzt seinen lauten, tapsigen Gang und sein Gurren in der Wohnung; ich sehe ihn vor meinem inneren Auge bei mir im Bett liegen, wenn das auch selten war und ich sehe vor allem seine ausdrucksvollen blauen Augen. Er hatte so einen tiefen, wissenden Blick, den ich noch nie bei einer Katze gesehen habe.

Cyrano hat sein Zuhause bei uns gefunden und wurde geliebt und behütet, über alles.

Danke, daß du so glücklich bei uns warst. Wir werden dich immer in unserem Herzen haben.

Und ein ganz besonderes Danke an die MCH, die solchen augenscheinlich hoffnungslosen Katzen eine Chance eröffnen. Und Dank an die liebe PS Steins, die Cyrano so toll aufgenommen und ihm seinen Weg zu uns ermöglicht hat.

Sabine und die Wilden