Kater Fridolin - PLZ 47669 - Dauer-Pflegestelle gesucht

fridolin

 Geb.-Datum:  18.03.2015
 Geschlecht:  kastrierter Kater
 Farbe:  cream-tabby
 Kennzeichnung:  Chip
 Wesen:  freundlich und verschmust, wenn ER will
 Gesundheit:  siehe Text
 Haltung:  reine Wohnungshaltung, gerne mit ges. Balkon/Garten, braucht souveräne Katzenkumpels
 eingestellt am:  20.04.2019

 

Fridolin ist jetzt seit 1,5 Jahren bei mir, 4 Jahre alt und sucht eine Dauerpflegestelle oder (noch besser) einen Für-immer-Platz. Bitte lesen Sie den GANZEN Text komplett durch, auch wenn er doch recht lang ist.

Vorab möchte ich sagen, dass mir diese Entscheidung nicht leicht fällt, ich aber mittlerweile an einem Punkt angekommen bin, wo ich es einfach nicht mehr stemmen kann, sowohl zeitlich als auch oft nervlich.
Ich habe mit dem Kerl so viel durchgemacht, mit ihm zusammen gelitten, mich gesorgt, mich gefreut, wenn‘s mal kurz aufwärts ging, war verzweifelt, weil er oft nicht so mitgemacht hat wie er sollte und gerade Medikamentengabe und sauber machen zu immer größeren Herausforderungen wurden und ich wirklich an meine Grenzen gestoßen bin.

Er kam mit einer ziemlich dicken Akte von der Vorbesitzerin zu mir. Diese versuchte 1 Jahr lang nach Auftreten der Symptome einiges, um dem Kater zu helfen. Viele Tierarztbesuche, jede Menge Kosten, aber kein wirkliches Weiterkommen - so kam Fridolin dann mit der Bitte um Hilfe zur MCH.

Fridolin war recht dünn für seine Größe, fraß schlecht, bzw. sehr unregelmäßig, hatte deutlich mit Katzenschnupfen zu kämpfen und immer wieder Schmerzen. Seine Augen waren verklebt und er schaute die ersten Wochen und Monate nur durch Schlitze, weil er sie kaum aufbekam, er hatte eine ständig schwarze Schnute, ein entzündetes Maul und eine Entzündung am Gaumen. Die Leberwerte waren extrem hoch, die Galle gestaut, er hatte eine Blasenentzündung einschl. Struvitsteinen und ein „Sabberproblem“.

Bis auf die unteren Canini wurden alle Zähne entfernt und nach und nach wurde der ganze Kater auf links gedreht: Die Atemwege wurden ebenso wie der Magen endoskopiert, es wurden Biopsien von der Leber und der Stelle am Gaumen, sowie diverse Blutuntersuchungen, Abstriche, Laserbehandlungen, Ultraschall, Akupunktur gemacht und sowohl die konventionelle Medizin, als auch die Homöopathie angewandt.

Wir haben versucht herauszufinden, woher diese extrem hohen und weiter steigenden Leberwerte kamen, kamen allerdings zu keinem wirklichen Ergebnis. Auch haben wir versucht herauszufinden, warum er alle paar Tage an Fressunlust gelitten hat, ihm vermehrt übel war und - vor allem - warum er so extrem speichelt.
Wir haben einiges an Therapien und Medikamenten ausprobiert um voranzukommen, allerdings gab es nach kurzen guten Intervallen immer wieder extreme Rückschläge. Wir haben oft erlebt, dass mit einem neuen Medikament schlagartig eine Besserung eingetreten ist, aber nach ein paar Tagen alles wieder ins andere Extrem umgeschlagen ist.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass er an IBD, einer chronischen Magen-Darm-Entzündung leidet. Diese haben wir mit dem Medikament Atopica gut im Griff.
Er frisst seitdem gut, konstant und ohne Aussetzer, ihm ist nicht mehr schlecht und seine Bauchschmerzen haben sichtlich nachgelassen. Inzwischen hat er gut zugenommen und der immer wiederkehrende Durchfall ist auch verschwunden.

Da Fridolin viele Sorten Dosenfutter scheinbar nicht verträgt und auch noch sehr wählerisch ist, wodurch Ausschlussdiäten schlichtweg unmöglich waren, wird er komplett roh ernährt. Wir füttern ihn 3- bis 4-mal am Tag. Damit fahren wir sehr gut und das sollte auch weiterhin beibehalten werden. Es gibt beim Futter keinerlei Ausnahmen und er bekommt keine Leckerli, da die Gefahr, dass er es nicht verträgt hoch ist.
Leider ist er ein gnadenloser Futterdieb und klaut alles, was nicht niet- und nagelfest ist, deswegen muss man sehr aufpassen, dass man nichts liegen lässt und die anderen Katzen im Haushalt werden am besten mit einem Futterautomat gefüttert.

Gegen seinen nachgewiesenen Herpesvirus bekommt er L-Lysin. Hin und wieder, wenn er wieder etwas stärker am schnupfen ist, wird er mit dem Pariboy (einem Inhalationsgerät) und einer Bisolvon-Kochsalz-Lösung inhaliert. Seine Augen hält er jetzt schön offen und sie sind nicht mehr verklebt.

Für seine Leber bekommt er Mariendistel. Die Leberwerte sinken langsam immer weiter und sind nur noch leicht erhöht.

Gegen die wiederkehrenden Blasenentzündungen und den Blasengries bekommt er Eurologist (ein pflanzliches Mittel) und Urocid-Paste oder Feligum Struvit. Das sollte er weiterhin zur Vorbeugung bekommen. Denn immer wenn es abgesetzt wird, bekommt er einige Zeit später wieder Blasenprobleme.

Oft hat Fridolin mit innerer Unruhe und Stress zu kämpfen, ist schnell nervös und aufgeregt, fängt an zu brummen und heftig mit dem Schwanz zu schlagen. Dann leckt er sich oft exzessiv, was wir auf Stress (Übersprungshandlung) zurückführen. Wir haben viel ausprobiert, aber nur Tryptophan hat wirklich Besserung gebracht.

Die größte Herausforderung jedoch ist, herauszufinden, warum Fridolin ständig so extrem sabbert. Auch da gibt es gute und schlechte Tage, einen Grund dafür haben wir bis jetzt aber noch nicht gefunden.
An Tagen an denen er viel sabbert, ist sein ganzer Latz verklebt und auch die Beine und der Hintern dunkelbraun und nass vom ewigen Putzen und dem vielen Speichel. Auch an der Schnute hat er ständig schwarze Krusten, die täglich gesäubert werden müssen.
Der Speichel verfärbt sich auf dem Fell braun und setzt sich dann auf der Haut schwarz ab. Dadurch sieht er immer etwas zerrupft und ungepflegt aus. Leider lässt er sich da auch selten sauber machen.

Bilder vom "zerrupften" Fridolin:

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Ich bürste ihn mehrmals am Tag die Brust, den Hals und den Rücken, damit er nicht komplett verknotet. Das genießt er auch und wenn er es zulässt, bürste ich auch die Vorderbeine. An den Rest lässt er mich nicht dran und da kann es passieren, dass er schlägt oder total ausflippt. Manchmal in einer ganz ruhigen Minute darf man auch mal die Pfoten anfassen und versuchen sauberzumachen. Leider neigt er schnell zum verfilzen und musste schon häufiger an den Hinterbeinen und Bauch geschoren werden.

Der Bub ist manchmal nicht sehr kooperativ,wehrt sich, was das Zeug hält und entwickelt dabei auch unheimliche Kräfte. Ich habe mittlerweile Wege gefunden ihn zu handeln, was in der ganzen Zeit einem Abenteuer glich. Er ist ein absoluter Sturkopf, was Fridolin nicht will, das will er nicht und das zeigt er auch.
Mittlerweile bekommen wir zwei aber das Wichtigste recht gut und ohne Stress hin. Ich glaube, er fängt allmählich an zu verstehen, dass man ihm nichts Böses will.

Fridolin ist ein unheimlich liebenswerter, aber auch sehr sensibler Kerl, der viel Aufmerksamkeit braucht. Er lässt sich gerne ausgiebig kraulen und schmeißt dann seinen Schnurrmotor an. Er spielt auch gerne Spiele, wo er lauern und dann blitzschnell zuschlagen kann. Er macht oft Blödsinn oder klaut Sachen, die er dann verschleppt. Er ist sehr neugierig und immer mit dabei, wenn‘s irgendwo etwas zu essen gibt.
Fridolin hält sich überwiegend in erster oder zweiter Ebene auf. Er liegt eher neben einem und schlummert, wenn man am Küchentresen sitzt als auf der Couch. Auf dem Boden liegt er nie und sitzt dort auch nicht lange, es sei denn man spielt mit ihm. Danach geht es direkt wieder nach oben.

Er ist kein Kater der kuschelt oder auf den Schoß kommt oder aktiv die Nähe sucht. Liegt er aber im Bett, kann man sich zu ihm legen und toll mit ihm kuscheln, was er dann auch auf dem Rücken liegend genießt. Er zieht sich aber auch gerne zurück und schläft irgendwo abseits.

Mit anderen Katzen kommt er soweit klar, wobei er sich bei mir - gerade, wenn es ihm schlecht geht - zwei rausgesucht hat, die er dann jagt und verhaut. Das kommt zwar nicht so oft vor, allerdings sind diese beiden recht sensible Katzen und leiden mittlerweile etwas darunter. Souveräne Katzen lässt er in Ruhe und eigentlich interessieren ihn andere nicht sonderlich. Er sucht nicht nach deren Nähe und spielt auch nicht mit ihnen. Sie sind ihm eigentlich egal. Bei mir lebt er in einer größeren Gruppe mit 6 Katzen. Eine kleinere Gruppe mit 1 bis 2 weiteren souveränen Tieren wäre für ihn besser. Bei jemandem, der sehr viel Zeit hat und ihm die volle Aufmerksamkeit geben kann (was ihm sehr gefallen würde), kann ich ihn mir auch als Einzelprinz vorstellen.

Fridolin nimmt ganz klar sehr viel Zeit in Anspruch, da man sich oft nach seiner Laune und seinem Befinden richten muss, wenn man ihn nicht zu sehr stressen möchte, was es ja bei ihm zu verhindern gilt.
Er muss mehrmals täglich gebürstet werden, bekommt im Moment zweimal täglich Medikamente, muss regelmäßig inhaliert werden, bei Akutschüben manchmal mehrmals am Tag, hat immer wieder Tierarztbesuche, kürzlich erst wieder Behandlung mit Antibiotika wegen Bakterien, die sich in Blase und Maulhöhle gesetzt hatten, und natürlich zur Kontrolle der Blutwerte, insbesondere Leberwerte, Kontrollschalls seiner Organe etc.
Er muss täglich sauber gemacht werden, damit sich die Schnute nicht entzündet. An schlechten Tagen auch zweimal am Tag. Hin und wieder ist dann ne Poporeinigung fällig, was er alles andere als nett findet. Muss aber gemacht werden, denn sonst entzündet sich die Haut darunter, gerade auch wenn er sich da ständig leckt. Dazu dann noch ne Menge Streicheleinheiten und Bespaßung.
Durch diese ständigen extremen Schwankungen in seiner Verfassung, primär diese Sabberei, ist man auch immer weiter auf der Suche, wie man ihn über längere Zeit stabil bekommt.

Wir suchen jemanden, der sich der Verantwortung und des Aufwands bewusst ist, Erfahrungen mit Medikamentengabe und gewissen Krankheiten und eine gute Beobachtungsgabe für Veränderungen hat. Viele Tricks auf Lager zu haben und einen gewissen Erfindungsreichtum, wäre bei ihm sehr von Vorteil. Aber vor allem auch eine große Menge Geduld, Einfühlungsvermögen und ein großes Herz für den Kerl muss vorhanden sein.

Man sollte sich bewusst sein, das Fridolin wahrscheinlich nie völlig gesund werden wird, aber man ihm hoffentlich irgendwann einen Weg ermöglichen kann, um ihn weitestgehend stabil zu halten, ohne dieses ständige auf und ab.

Wir haben schon einiges bei und mit ihm erreicht und man merkt wie er immer mehr aufblüht und oft wirklich unbeschwert ist, gerade auch wenn er wie ein Wildfang durch die Bude tobt. Aber es geht eben alles nur sehr langsam voran.

Für Rückfragen zu und bei ehrlichem Interesse an Fridolin melden Sie sich bitte (am besten mit ausgefülltem Fragebogen) bei:

Maren Peters, 47669 Wachtendonk, Fon 0176 34587853, eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fridolin an guten Tagen:

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